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Management – Produktentwicklung – Marketing

Kenntnis von der NATHAL®-Methode erhielt ich durch einen Vortrag von Hannes Schmid im Dezember vorigen Jahres. Intuitiv praktische Probleme anzugehen und dadurch auch ungewöhnlich neue Lösungen zu finden, das konnte ich mir nicht vorstellen. Wir sind ja schließlich gewöhnt, immer nur rational vorzugehen. Hannes Schmid argumentierte auf diesen Einwand, dass den NATHAL®-Übungen eben nicht nur der Verstand sondern auch die Gefühle aktiviert würden, und genau das die Intuition fördere, was wiederum zu überraschend neuen Problemlösungen führe. Das alles hat mich an diesem Abend nicht überzeugen können. So kam es erst 9 Monate später zu einem Versuch, da mich die Behauptungen trotzdem neugierig gemacht hatten. Ich belegte einen 5tägigen Kurs.

In 5 Tagen werden in 10 intensiven Übungen persönliche und sachliche Probleme systematisch von verschiedensten Standpunkten aus angegangen. Der Trainer regt mit gezielten Zwischenfragen immer  immer wieder neues Nachdenken an und fördert vorher kaum bedachte praktische Antworten und Lösungen zu Tage. Als Nebenwirkung entsteht eine ruhige, gelassene und positive Stimmung, die auch nach dem Seminar weiter wirkt. Das kann durch dann selbständige Übungen gepflegt und vertieft werden. Diese Veränderung meiner Stimmung hat meine jüngste Tochter – Physiotherapeutin – bei einem zufälligen Besuch wenige Tage nach dem Seminar festgestellt. Und tatsächlich konnte ich mit dieser positiven Gefühlslage helfen, ein offenes familiäres Problem konstruktiv zu lösen.

Ich habe mich als Industriekaufmann und Unternehmer a. D. jedoch auch gefragt, was diese Methode für ein Unternehmen bringen könnte und deshalb einmal auf meine einschlägigen Erfahrungen zurückgegriffen. Mir wurde 1960 – ich war 26 Jahre alt – die Leitung eines Tochterunternehmens eines deutschen Konzerns (70 Mitarbeiter, damals 1 Mio. DM Jahresumsatz, 150 Tausend DM Gewinn) als alleiniger Geschäftsführer anvertraut. Die Firma war als regionaler Konkurrent im Büro- u. Zeichenbedarf in den 20er Jahren aufgekauft worden. Sie produzierte neben Bürobedarf auch ein umfangreiches Drogeriewarensortiment, mit dem sie in Apotheken und Drogerien bundesweit eingeführt war. Sie war aber ein Stiefkind der Konzernleitung und wurde dementsprechend behandelt. Mein Vorgänger hatte deshalb die Grundsatzentscheidung getroffen, den Drogerie-Sektor auszubauen und mir bei der Übernahme der Geschäftsleitung dringend ans Herz gelegt, Tag und Nacht über die Entwicklung neuer Produkte nachzudenken, was ich dann natürlich auch fleißig tat. Nach 3 Jahren und erfolgreicher Einführung zweier neuer Produkte war mir klar, dass ich das im Drogeriesektor erforderliche Werbekapital für ein angemessenes Wachstum von der Konzernleitung nicht bekommen würde. Folgerung: Wir brauchen ein neues Marktsegment, mit dem wir ohne riesiges Werbekapital weiter wachsen könnten.

In dieser Situation wurde ich von unserer Werbeagentur auf den Heimtiersektor aufmerksam gemacht. Der hatte durch enorme Werbekampagnen für Schappi und Kitte-Kat (einer Tochterfirma von General Foods) gerade eine mächtige Nachfrage erzielt. Der deutsche Zoofachhandel erhielt dadurch einen beachtlichen Zuwachs an Aufmerksamkeit und suchte dringend nach Ergänzungs-Sortimenten für Hunde. Wir fanden einschlägige Artikel bei einer englischen Firma – von Hundedrops über Staupe-Schutz bis Hunde-Shampoo.

Für den Alleinvertriebsvertrag in Deutschland, den ich nach intensiver Markterkundung und Verhandlungen mit der englischen Firma abschließen wollte, brauchte ich die Zustimmung  der Konzernleitung und des Beirates. Für die Motivation der leitenden Mitarbeiter im Betrieb und des Außendienstes brauchte ich deren Akzeptanz und Begeisterung. Die Reaktionen auf meine Vorstellung der neuen Geschäftsidee können Sie heute kaum mehr nachvollziehen: 1964 kommt ein Manager einer angesehenen Firma im Apotheken- und Drogeriebereich daher und will so etwas Lächerliches wie Hunde-Shampoo u. Hundeschokodrops vertreiben! Der Big Boss war sprachlos und forderte mich auf, lieber Antimückenmittel zum Schutz der Auto-Windschutzscheiben im Sommer zu erfinden; der Beirat diskutierte ernsthaft über den „Untergang des Abendlandes“; die leitenden Mitarbeiter waren bis auf den Verkaufsleiter, mit dem ich wochenlang den Markt erkundet hatte, skeptisch abwartend; aus dem Außendienst bekam ich einen langen Brief, der mit dem Vorwurf endete, den Ruf einer angesehenen alten Firma zu ruinieren. Der Big Boss gab halbherzig seine Zustimmung in der Erwartung eines großen Flops. Damit war der wichtigste Entscheider gewonnen und der Rest wartete gebannt und skeptisch auf die Entwicklung. Als ich die Firma 1976 verließ, hatte der Heimtier-Sektor aus den ursprünglichen 100.000 DM Umsatz 7 Mio. erbracht und machte bereits 50% des Gesamtumsatzes aus. Die anderen Geschäftsfelder sind inzwischen alle aufgegeben worden. Die Firma produziert heute nur noch Heimtierartikel und erzielt damit einen Jahresumsatz von über 60 Mio. Euro!

Dies ist nur eine von vielen Situationen, die ich in 30 Berufsjahren als GmbH-Geschäftsführer zu meistern hatte. Wenn ich in dem hier geschilderten Beispiel die Methode NATHAL® gekannt hätte, wäre ich in allen Punkten viel schneller und kreativer vorangekommen. Vor allen Dingen hätte ich aufgeschlossenere Mitarbeiter gehabt, denn ich hätte aus meiner damaligen Mannschaft die Mitarbeiter in den Schlüsselpositionen aus den Bereichen Produktentwicklung, Fertigung, Vertrieb und Werbung (ca. 8-12 Personen) zum NATHAL®-Kursus geschickt, und mit Sicherheit mehr Offenheit, Dynamik und Umsetzungsfreudigkeit für neue Ideen geerntet – von gut gelaunten Mitarbeitern mit positiver Ausstrahlung ganz zu schweigen.

Konkurrenzkampf gab es in einer Marktwirtschaft immer. Mein Eindruck aus Gesprächen mit Aktiven heute ist, dass er noch härter geworden ist und ständig Innovationen erzwingt, um erreichte Marktpositionen zu verteidigen und zu halten. Und das schaffe ich nur mit aufgeschlossenen, kreativen Mitarbeitern, die den Mut haben, auch echte neue Wege zu gehen. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass NATHAL® eine außerordentlich wirksame Methode darstellt, eben solche zu finden und zu fördern. Ich kann jedem Manager heute nur raten sich den herausragenden Möglichkeiten der Methode unbedingt zu bedienen!

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